Studie zeigt Synergien zwischen dem Bikesharing und den Bahnangeboten in Lausanne auf

BIRD-Velos vor dem Bahnhof Lausanne und der Métro-Station Malley
In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Sustainable Mobility and Transport“ ist der Artikel „Modal synergies between dockless electric bikes and rail transit in Lausanne, Switzerland“ erschienen. Die Forschung untersucht die Rolle eines free floating Bikesharing-Angebotes - in diesem Fall dasjenige von BIRD - bei der Erreichbarkeit von Bahnhöfen am Beispiel der Stadt Lausanne. Der von Dylan Moinse und Virginie Lurkin von der Universtität Lausanne gemeinsam verfasste Artikel baut auf der Tatsache auf, dass es trotz des anerkannten Potenzials der Kombination von Velo und öV für eine Verkehrsverlagerung nur wenige empirische Untersuchungen gibt, die die Auswirkungen der shared mobility untersuchen. Der Autor und die Autorin liefern mit dieser Forschung nach eigenen Aussagen„einen neuen, übertragbaren analytischen Rahmen, der es ermöglicht, die potenzielle Kombination von geteilter Mikromobilität und Bahnverkehr zu erkennen, zu quantifizieren und zu erklären“. Folglich ebnet diese erste Forschung möglicherweise den Weg für weitere Forschungen dieser Art in der Schweiz.
Die in dieser Forschung analysierten Nutzungsdaten wurden der Universität Lausanne vom Bikesharing-Anbieter BIRD im Rahmen einer Forschungskooperation zur Verfügung gestellt. Sie decken 459 aufeinanderfolgende Tage ab (vom 22. April 2024 bis zum 24. Juli 2025) und umfassen 63'322 Datensätze.
Das Bikesharing-Angebot von BIRD wurde im April 2024 im Rahmen eines von der Stadt Lausanne unterstützten Pilotprojektes eingeführt. Die ursprüngliche Flotte mit 100 E-Bikes wurde im Mai 2024 auf 300 erweitert, und das Angebot wurde im Oktober 2024 auf den Universitätscampus ausgeweitet (ausschliesslich E-Bikes). Der Betrieb ist hybrid: Die Velos können im free floating unabhängig von einer fixen Station ausgeliehen und abgestellt werden, sofern sie sich in einer definierten Zone befinden. An einigen Orten sind dies öffentliche Veloabstellanlagen. Diese Kombination von free floating und stationsgebunden verbindet Flexibilität mit einer besseren Verwaltung des öffentlichen Raums und Erhöhung der Sicherheit.
Die Forschungsergebnisse zeigen, dass ein erheblicher Teil der Bikesharing-Fahrten den Zugang zur Bahn fördert und das Einzugsgebiet der Bahnhöfe erweitert. Einige Zahlen: Rund 25 % der BIRD-Nutzer:innen wollen mit dem Sharingvelo zu einem Bahnhof fahren oder von dort wegfahren. 67 % der Fahrten stehen im Zusammenhang mit vier multimodalen Verkehrsknotenpunkten in der Region Lausanne, wobei 45 % dieser Fahrten auf den Bahnhof Lausanne entfallen. Im weiteren zeigt die Studie, dass das Sharingvelo vor allem fürs Pendeln eingesetzt wird, da die Velos häufiger unter der Woche als am Wochenende und hauptsächlich morgens und abends gebraucht werden. Schliesslich zeigen die zurückgelegten Strecken, die eine mittlere Länge von 1,4 km und eine Dauer von etwa 7 Minuten aufweisen, dass das Bikesharing die Erreichbarkeit von Bahnhöfen über die Gehdistanz hinaus effektiv erweitert. In der Literatur wird davon ausgegangen, dass dieser Einzugsbereich zwischen 400 und 800 Metern liegt.
Der vollständige Artikel (auf Englisch) ist unter diesem Link verfügbar.
Die Mitautorin Virginie Lurkin wird anlässlich des Infotreffens Velostationen und Bikesharing vom 10. September 2026 in Zürich über die Ergebnisse der Forschung berichten.
https://www.bikesharing.ch/de/aktuelles/artikel/studie-zeigt-synergien-zwischen-dem-bikesharing-und-den-bahnangeboten-in-lausanne-auf